Barockgarten Universität Heidelberg | Hugo-Häring-Auszeichnung 2020

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Barockgarten Universität Heidelberg | Heidelberg

Bauherr: Vermögen und Bau Baden-Württemberg

Bearbeitungszeit: 2014 – 2017

Das Projekt Sanierung und Aufwertung des Barockgartens der Universität Heidelberg entwickelt den Barockgarten in der Kettengasse zu einem neuen Ort des Lernens auf dem Campus in der Heidelberger Altstadt. Von 1703 bis 1734 entsteht in der Heidelberger Altstadt das Jesuitenkolleg. In dessen Hof wird 1804 vermutlich der Barockgarten als Rekonstruktion des historisch größeren Gartens angelegt. Aus dem Gartenfragment des Bestandes wird ein in sich geschlossenes Gartensystem entwickelt, das sich auf die Gestaltungsgrundsätze des Barockgartens besinnt. Das Grundgerüst und die Geometrie des Gartens wird über die Fassung der Kopfseiten mit zwei architekturhafte Pergolen hergestellt zwischen denen sich der neue Garten aufspannt. Die Ablösung des Gartens von der Grundstücksmauer schafft einen Gartenumlauf, der als Gartenweg Kommunikationsorte entlang der Mauer entstehen lässt und den starken Rücken für die Gartenanlage bildet. Aus diesem Gartenumlauf entwickeln sich als nördlicher und südlicher Abschluss die platzartig befestigten Flächen überstanden von den beiden Pergolen, zwischen denen sich der Garten aufspannt. Das ehemalige Wegekreuz der Gartenparterres wird durch eine Intarsie als Schriftzug der Fakultät markiert. In Anlehnung an die Gestaltung des Innenhofs der Neuen Universität werden die Aufenthaltsbereiche in die, die Gartenbereiche umgebende, Hecke als lineare Sitzblöcke positioniert.

Die Jury vom Bund Deutscher Architekten, welche die Hugo-Häring-Auszeichnung verleiht, schreibt:
"Die Gestaltung bedient sich hier respektvoll weniger Elemente und Materialien, nimmt sich auf angenehme Weise zurück, und verleiht so den historischen Gebäuden eine vornehme Präsenz.In die Rasenfläche eingelegte Halbkreise mit Natursteinintarsien "Semper Apertus - Ort des Lernens" benennen den Ort und setzen die Formensprache des Grundgedankens fort.Hier ist ein Ort entstanden, der den Studierenden Treffpunkt und Lernort mit hohen Aufenthaltsqualitäten bietet und ein Gartenraum, der mit großem Respekt die historische Umgebung in sich aufnimmt."

Auszeichnung:

  • Hugo-Häring-Auszeichnung 2020